Was bewirkt Milchsäure in der Hautpflege?
Milchsäure ist als Laktat ein natürlicher Bestandteil der Haut: Sie gehört zum NMF (natürlicher Feuchtigkeitsfaktor, die wasserbindenden Stoffe in der Hornschicht). In Pflegeprodukten kann sie den Zusammenhalt abgestorbener Hornzellen lockern, sodass die Hautoberfläche glatter wirkt.
Ihr Molekül ist größer als bei Glykolsäure. Sie dringt deshalb langsamer ein. Das macht sie zur milderen AHA. Eingesetzt wird sie bei trockener Haut, bei fahlem Teint und in der Pflege bei Pigmentflecken, für ein ebenmäßigeres Hautbild.
Milchsäure steckt hier in unterschiedlichen Produkttypen, einige Beispiele: Als Milchsäure-Peeling nutzt du den Exfoliation Accelerator von ZO Skin Health, dort zusammen mit Glykolsäure. Mit Retinol kombinieren sie Skinretin 1 % und Skinretin 0,3 % von mesoestetic sowie die Retinol+ Emulsion 0.3 von iS Clinical. Lactic Acid steht außerdem in der INCI von Cyspera Neutralize, der Melan Tran3x Gel Cream und des Sonnenschutzes Mesoprotech Water Veil SPF 50+ von mesoestetic.
Nicht jeder Hersteller nennt die Konzentration. Einen Anhaltspunkt gibt die INCI (die Liste der Inhaltsstoffe, ab 1 Prozent nach Menge sortiert): Bei Cyspera Neutralize steht Lactic Acid an dritter Stelle, beim Exfoliation Accelerator an vierter.
Für empfindlichere Haut ist Milchsäure ein guter Einstieg in Säuren. Den Exfoliation Accelerator, ein Peeling für den Abend, beginnst du laut Hersteller mit zwei bis drei Anwendungen pro Woche und steigerst bei guter Verträglichkeit auf täglich. Mehr Abtragung bringt später Glykolsäure, bei verstopften Poren passt Salicylsäure.
Fruchtsäuren und Retinol machen die Haut lichtempfindlicher. Tagsüber gehört deshalb ein Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 dazu. In Schwangerschaft und Stillzeit: Bitte Rücksprache mit deinem Arzt halten.
Gereizte oder frisch behandelte Haut bekommt keine Säuren, sondern Pflege nach Behandlungen. In unserem Kosmetikstudio in Köln setzen wir lieber auf regelmäßige, milde Anwendung als auf seltene starke Peelings.

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Häufige Fragen zu Milchsäure
Was ist der Unterschied zwischen Milchsäure und Glykolsäure?
Beide sind AHA-Säuren. Milchsäure hat ein größeres Molekül und dringt langsamer ein - milder und verträglicher. Glykolsäure ist stärker und dringt tiefer. Für empfindliche oder trockene Haut ist Milchsäure die bessere Wahl.
Kann Milchsäure bei Pigmentflecken helfen?
Milchsäure kann das Erscheinungsbild von Pigmentflecken mildern, weil sie verfärbte Hornzellen an der Oberfläche lockert. Gegenüber Glykolsäure ist sie die mildere Wahl und braucht dafür mehr Geduld: Rechne mit mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung. Säuren machen die Haut lichtempfindlicher, und UV-Licht lässt Pigmentflecken dunkler werden. Täglicher Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 gehört deshalb dazu.
Wie wirkt Milchsäure als Feuchtigkeitsspender?
Milchsäure ist strukturell mit dem natürlichen Feuchtigkeitsfaktor der Haut verwandt und kann Wasser in der oberen Hautschicht binden. Deshalb fühlt sich die Haut nach einem Milchsäure-Peeling weicher an als nach Glykolsäure.
Wie oft Milchsäure anwenden?
In niedrigen Konzentrationen täglich möglich. Konzentrierte Peelings ein- bis zweimal pro Woche. Bei empfindlicher Haut mit einmal pro Woche starten.
Ist Milchsäure für Haut mit Couperose oder Rötungen geeignet?
Milchsäure ist im Vergleich zu Glykolsäure die mildere Fruchtsäure und kann bei Haut mit Couperose oder Neigung zu Rötungen in niedriger Konzentration passen. Starte mit einem Abend pro Woche und beobachte deine Haut zwei bis drei Wochen lang. Ist die Haut gerade gerötet oder gereizt, pausierst du Säuren, bis sie sich beruhigt hat. Pflege für diesen Hautzustand findest du unter Couperose und Rötungen.















